Hamburg

Stefan Romey

Stefan Romey gehört zu den prägenden Stimmen der Wandsbeker Erinnerungskultur. Seit den 1980er Jahren erforscht er die lange wenig bekannte Geschichte des KZ-Außenlagers im Hamburger Drägerwerk in Wandsbek. Für diese Arbeit führte er zahlreiche Gespräche mit ehemaligen Insassinnen und machte ihre Erfahrungen öffentlich sichtbar. Aus seiner Forschung entstand unter anderem das Buch „Ein KZ in Wandsbek“. Auch der „Wandsbeker Weg der Erinnerung“ ist eng mit seinem Namen verbunden. Er wirkte an Veröffentlichungen, Ausstellungen und Gedenkveranstaltungen der Bezirksversammlung mit und prägte die Texte und Inhalte dieser Erinnerungsarbeit maßgeblich.

Sein Engagement reicht dabei weit über den Bezirk hinaus. Stefan Romey gehörte zu den Mitinitiatoren der Hamburger Stiftung Hilfe für NS-Verfolgte und ist seit vielen Jahren ihr Vorsitzender. In dieser Rolle setzt er sich beharrlich für Anerkennung, Unterstützung und Entschädigung von Menschen ein, deren Verfolgungserfahrungen nach 1945 oft übersehen oder verdrängt wurden. Für diesen Einsatz erhielt er 2017 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Für Wandsbek ist Stefan Romey besonders wichtig, weil er Erinnerung nicht nur erforscht, sondern in den öffentlichen Raum trägt. Auch 2024, 2025 und 2026 war er bei Gedenkveranstaltungen des Bezirks als Redner und Gesprächspartner eingebunden, etwa zu Biografien von Verfolgten, zu Fluchtgeschichten aus Wandsbek und zu den Prozessen gegen NS-Verbrechen im Stadtteil.