Die Verbindung zu seiner ukrainischen Heimat hat Sergej Gawronski nie verloren. Geboren in Donezk, lebte er dort bis zu seinem 30. Lebensjahr und kam Ende der 1990er-Jahre nach Recklinghausen, wo er sich eine neue Existenz aufbaute und unter anderem als Unternehmer in der Reisebranche tätig wurde.
Als sich die Lage in der Ukraine nach der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass 2014 dramatisch verschärfte, wollte Gawronski nicht tatenlos zusehen. Gemeinsam mit Jan Kusnetsov gründete er in Recklinghausen den Verein Hilfe und Hoffnung e. V.. Seither organisiert der Verein humanitäre Unterstützung für Menschen in der Ukraine. Gesammelt werden Geld- und Sachspenden, Lebensmittel, Medikamente und medizinische Hilfsmittel, die gezielt dorthin gebracht werden, wo sie benötigt werden.
Mit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 nahm die Arbeit noch einmal erheblich zu. Zeitweise schickte der Verein nahezu jede Woche einen Lastwagen in die Ukraine, unter anderem mit Hilfsgütern für die Region Charkiw. Gleichzeitig unterstützt die Initiative auch Geflüchtete, die in Deutschland Schutz suchen. Gawronski nutzt dabei seine persönlichen Kontakte und seine Kenntnis des Landes, um Hilfe möglichst direkt zu organisieren. Auch ungewöhnliche Spenden finden ihren Weg über dieses Netzwerk. So war der Recklinghäuser Verein beispielsweise am Transport von rund zwei Tonnen Kerzenwachs beteiligt, aus dem in der Ukraine sogenannte Schützengrabenkerzen hergestellt wurden.
Zum Engagement gehört für ihn ebenso, die ukrainische Kultur in Recklinghausen sichtbar zu machen und Begegnungen zu schaffen. Der Verein organisiert Veranstaltungen wie die Feier zum ukrainischen Unabhängigkeitstag, bei der Musik, Tanz und landestypische Speisen nicht nur ein Stück Heimat vermitteln, sondern auch den Austausch zwischen ukrainischen und deutschen Bürgerinnen und Bürgern fördern.
