Ein Stück französische Lebensart mitten in Recklinghausen, aber vor allem ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Sarah Landis ist gebürtige Südfranzösin, wuchs zweisprachig mit einer deutschen Mutter und einem französischen Vater in der Provence auf und studierte später Geschichte in Bochum. 2020 wagte sie mitten in der Pandemie den Schritt in die Selbstständigkeit. Aus ihrem zunächst kleinen Concept Store entwickelte sich das heutige Chez AMA Marché & Café, ein französisches Café, Bistro und Feinkostgeschäft in der Recklinghäuser Altstadt.
Dabei geht es Landis längst um mehr als Croissants, Wein und französische Spezialitäten. Mit einer Soli-Getränketafel führte sie im Chez AMA das Prinzip des „Aufgehobenen“ ein. Gäste können ein zusätzliches Getränk bezahlen, das später von einem Menschen eingelöst wird, der es sich selbst gerade nicht leisten kann. Die Aktion nach neapolitanischem Vorbild brachte diese Form unkomplizierter Solidarität nach Recklinghausen. Auch darüber hinaus gibt Landis regelmäßig Lebensmittel weiter und unterstützt Menschen ganz praktisch, statt noch verwertbare Lebensmittel wegzuwerfen.
Gleichzeitig ist ihr Café zu einem Ort für Austausch und Begegnung geworden. Beim kostenlosen französischen Stammtisch kommen regelmäßig Menschen zusammen, die Französisch sprechen oder ihre Sprachkenntnisse wieder auffrischen möchten. Landis vermittelt französische Kultur außerdem als VHS-Dozentin sowie bei Vorträgen und Veranstaltungen. So sprach sie etwa bei der Deutsch-Französischen Gesellschaft Recklinghausen über französische Traditionen und Bräuche. Mit viel persönlichem Einsatz verbindet sie Gastronomie, Kulturvermittlung und soziales Engagement und schafft in der Innenstadt einen offenen Treffpunkt, an dem Gemeinschaft ganz selbstverständlich zum Konzept gehört.
