Geschichte wird dort besonders greifbar, wo sie mit konkreten Orten, persönlichen Schicksalen und der eigenen Familienbiografie verbunden ist. Bernhard Nette setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die Vergangenheit nicht verdrängt wird und demokratisches Engagement im Alltag sichtbar bleibt. In seiner Heimat Bergedorf und weit darüber hinaus ist er in der Stadtteilkultur, der Gewerkschaftsbewegung und der Erinnerungspolitik aktiv.
Im Stadtteilzentrum SerrahnEins organisiert er politische und soziale Veranstaltungen und übernimmt als Vorstandsmitglied Verantwortung für einen lebendigen Ort des Austauschs. Auch nach dem Ende seiner Berufstätigkeit als Lehrer an der Gesamtschule Bergedorf ist er der Gewerkschaftsarbeit eng verbunden. Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft war er Vorsitzender des Hamburger Personalrats Gesamtschulen und engagierte sich ehrenamtlich im Landesvorstand sowie in der Lehrerkammer. Heute bringt er seine Erfahrung weiterhin im DGB Bergedorf ein. Unter anderem organisierte er dort eine Demonstration für Demokratie.
Ein besonderer Schwerpunkt seines Wirkens ist die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Bernhard Nette hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, etwa zur Wehrmachtsausstellung und zur Geschichte des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. In seinem Buch „Vergesst ja Nette nicht!“ beschäftigt er sich mit seinem Großvater Bruno Nette, der als Bremer „Judenreferent“ an der nationalsozialistischen Verfolgung beteiligt war. Aus persönlicher Perspektive macht er damit sichtbar, wie Schuld, Verantwortung und Erinnerung auch innerhalb einer Familie weiterwirken.
Seine Veröffentlichung über die Ausplünderung Bergedorfer Juden durch das Finanzamt gab den Anstoß zu einer weiterführenden Untersuchung und Ausstellung für ganz Hamburg. Zugleich ist ihm die Erinnerung vor Ort besonders wichtig. Deshalb engagiert er sich in der Bergedorfer Stolpersteininitiative und trägt dazu bei, die Namen und Lebensgeschichten der verfolgten Menschen im Stadtbild dauerhaft präsent zu halten.
