Remscheid

Reinhard Ulbrich

Kaum jemand hat das öffentliche Leben Remscheids über so viele Jahrzehnte aus so unterschiedlichen Perspektiven begleitet. Reinhard Ulbrich war von 1989 bis 1999 Oberbürgermeister der Stadt und wurde 1995 ihr erster hauptamtlicher Oberbürgermeister. Auch nach dem Ende seiner Amtszeit zog er sich jedoch keineswegs aus dem Remscheider Stadtleben zurück. Stattdessen verlagerte sich sein Engagement zunehmend auf Sport, Begegnung und gesellschaftlichen Austausch.

Seit 2000 steht Ulbrich an der Spitze des Sportbundes Remscheid. Unter seinem Vorsitz entwickelte sich der Verband zu einer wichtigen Interessenvertretung der Remscheider Vereine und zu einem Ansprechpartner für Sportförderung, Nachwuchsarbeit und die Weiterentwicklung der sportlichen Infrastruktur. Von 2012 bis 2024 brachte er seine Erfahrungen zusätzlich als Vizepräsident und Sprecher der Bünde in den Landessportbund Nordrhein-Westfalen ein. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz wurde er zum Ehrenmitglied des Landessportbundes ernannt und erhielt 2025 mit der Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen die höchste Sportauszeichnung des Landes für ehrenamtliches Engagement. Auch die Förderung des Radverkehrs liegt dem leidenschaftlichen Radfahrer besonders am Herzen.

Doch Sport ist nur ein Teil seines Engagements für Remscheid. 2001 gehörte Ulbrich zu den Gründern der Remscheider Denkerschmette und führte den Verein zwei Jahrzehnte lang als Vorsitzender. Der ungewöhnliche Treffpunkt am Kremenholl wurde zu einem Ort für Diskussionen, Kultur, Bildung und Begegnungen zwischen Generationen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Ausstellungen, Lesungen, politische Gesprächsrunden, Musik und gemeinschaftliche Veranstaltungen fanden dort ebenso ihren Platz wie die offene Debatte über die Zukunft der Stadt. Auch nach seinem Rückzug aus dem Vorstand blieb Ulbrich der Denkerschmette verbunden. Damit setzt sich sein Wirken für Remscheid weit über seine Zeit im Rathaus hinaus fort und reicht von kommunaler Verantwortung über den organisierten Sport bis zu Orten, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen.