Erinnerung braucht Orte, Bilder und Menschen, die verborgene Geschichte wieder sichtbar machen. Mit genau diesem Anspruch prägt Ainhoa Montoya Arteabaro in Wandsbek ein Projekt, das jüdisches Leben im Stadtteil neu ins Bewusstsein rückt. Als stellvertretende Geschäftsführerin des Kulturschlosses Wandsbek und Projektleiterin von „Jüdisches Leben in Wandsbek“ verantwortet sie die digitale, interaktive Karte, auf der frühere jüdische Orte, Biografien und Spuren eines einst lebendigen Gemeindelebens dokumentiert werden. Ausgangspunkt ist die Erfahrung, dass in Wandsbek heute nur noch wenige sichtbare Spuren geblieben sind, obwohl sich in der Königsreihe einst das Zentrum jüdischen Lebens mit Synagoge und Friedhof befand. Die Karte macht diese Geschichte wieder zugänglich und verbindet heutige Ansichten der Orte mit ihrem historischen Gedächtnis.
Zu ihrem Profil gehört dabei nicht nur Kulturarbeit, sondern auch ein dokumentarischer Blick auf Erinnerung, Migration und Identität. Ainhoa Montoya Arteabaro, geboren in Bilbao und seit 1998 in Hamburg lebend, arbeitet seit vielen Jahren als Dokumentarfilmerin. In ihren Filmen beschäftigt sie sich mit Migrationsgeschichte, sephardischem jüdischem Leben und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Seit 2021 leitet sie das Wandsbeker Kartenprojekt, das bewusst als offene und weiterwachsende Plattform angelegt ist, damit Wissen, Dokumente und Forschungsergebnisse nicht verloren gehen.
