Vierzehn Jahre ohne Wohnung prägten Karin Powsers Blick auf Hannover und auf die Menschen am Rand. Aus dieser Erfahrung wuchsen Nähe, Beharrlichkeit und ein feines Gespür für Würde. Seit 1985 stand sie ehrenamtlich im Kontaktladen „Mecki“ an der Seite von Obdachlosen. 1994 half sie, die Straßenzeitung Asphalt aufzubauen, und hielt als freiberufliche Fotografin und Kolumnistin das Leben auf der Straße fest. Ihre Bilder schauten nicht weg, sie machten sichtbar und gaben Stimmen Gewicht. Für dieses Engagement wurde sie 2022 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Karin Powser blieb ihrer Stadt treu und arbeitete bis zu ihrem Tod im Mai 2024 in Hannover für Respekt, Sichtbarkeit und Menschlichkeit.
Karin Powser
